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Die Vereinsgeschichte

150 Jahre Leibeserziehung und Sport in Glückstadt

 

Im Jahr 2010 feiert der ETSV Fortuna Glückstadt sein 150-jähriges Jubiläum, ein wahrlich stolzes Jubiläum.

Angefangen hat alles im 19. Jahrhundert. Zunächst hatte der „Turnvater“ Jahn zu Beginn des Jahrhunderts die deutsche Turnbewegung initiiert, die dann etwa ab 1860 einen solchen Aufschwung nahm, dass die Zahl der Vereine innerhalb weniger Jahre von zirka 100 auf fast 2000 anstieg. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Glückstädter Männer-Turnvereins, als sich einige Glückstädter Bürger unter der Führung von Gustav Wiedemann im Geiste Jahns zusammen schlossen, um gemeinsam Leibeserziehung zu betreiben.

Seitdem wird in Glückstadt im Rahmen der Leibeserziehung geturnt und heute kann der ETSV Fortuna für sich in Anspruch nehmen, diese lange Tradition auf dem Gebiet der Leibeserziehung zu wahren. Dafür steht seine große Turnabteilung.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist in Deutschland auch eine vermehrte Hinwendung zum Sport zu beobachten. Nach englischem Vorbild wurden erste Veranstaltungen für noch nicht etablierte Sportarten wie Fußball, Handball, Tennis, Schwimmen und Athletik organisiert.

 

„König Fußball“ hielt Einzug

Als die Mitgliederzahlen in diesen Sportarten in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sprunghaft anstiegen, hielt in Glückstadt auch „König Fußball“ seinen Einzug und am 12.6.1910 gründeten begeisterte Fußballanhänger die Spielvereinigung Fortuna, eine Abteilung des Männer-Turnvereins. Zwar ruhte der gesamte Rasensport während des Weltkrieges, aber nach dem Kriege kam der große Durchbruch und die bis dahin beliebten Ballsportarten Faustball und Schlagball rückten immer mehr in den Hintergrund.

Neben der Fortuna wurde außerdem noch der Fußballclub „Union“ gegründet, der später mit Fortuna unter den noch heute gültigen Farben Rot-Weiß fusionierte. Trotz dieser Fusion wurde 1920 noch die „Freie Spielvereinigung“ ins Leben gerufen und auf Initiative von Walter Ahrens kam dann noch der „1.FC Holstein“ dazu.

Alle Mannschaften spielten auf dem Schlossplatz direkt hinter dem Deich, da wo heute die Anlage des Schützenvereins steht. Erst 1927 gelang es der Fortuna dank tatkräftiger Unterstützung durch den Wirt des Ausflugslokals „Zur Erholung“ am Rhin, eine eigene Sportanlage zu schaffen, die aus einem Fußballplatz und zwei Tennisplätzen bestand, wo die neu gegründete Tennissparte eine Heimat fand.

Auf dem Fußballplatz erlebten die Fußballer in Glückstadt ihre größten Tage. Namen wie Hein Rehder, Walter Nitschki, Peter Behnke, Willi Lewerentz, Max Schiller, Facki Böwig, Willi Bluhm, Willi Hennecke, Benno Schulz, Alfred Wulck, Heinz Beth, Audi Schmidt, Willi Klinge, Willi Fritz, Heinz Ladendorf, Günther Kristahl, Herbert Thormählen, Kuno Harder, Erich Drews, Walter Matzke, Wolfgang Felkl, Heinz Ledtje, Hans v. d. Maesen, Hans-Heinz Evers, Addi Braese, Herman Patzack, Fritz Smock, Hans Froehlich, Ala Behrendt, Heinrich Reimers, Felix Zielinski, Hannes Schneiderbanger, Detlef Blohm, Gebrüder Möckel, Heinz Rathjen, Hans Fricke und andere sind aus dieser Blütezeit Fortunas einfach nicht wegzudenken.

Seine größten Erfolge erlebte der Glückstädter Fußball aber nach der Errichtung der Marinekaserne. Unter dem Ausbildungspersonal befandensich stets gute Fußballer, die auch sofort für Fortuna spielberechtigt waren, darunter so bekannte Namen wie Paul Janes (Fortuna Düsseldorf), Dörfel und Panse (HSV) oder Freddy Kelbassa (Borussia Dortmund). So verstärkt gelang es den Fortunaten 1938 und 1941 bis in die Norddeutsche Gauliga, die damalige höchste deutsche Spielklasse; vorzustoßen.

Ganz Glückstadt war damals auf den Beinen, wenn Holstein Kiel, Eimsbüttel oder der HSV anreisten und auch manche Niederlage einstecken mussten.

Nach dem 2. Weltkrieg entstanden wieder zwei Vereine, TSV und Fortuna, die das Fußballspiel betrieben. Die schwierigen Verhältnisse der Nachkriegszeit zwangen die beiden Vereine jedoch bald, sich zusammen zu schließen. Dadurch konnte 1949 die Aufgliederung des Sports inGlückstadt in viele Einzelteile überwunden werden. Der große Zusammenschluss im ETSV Fortuna ist damit der Nachfolgeverein aller einzelnen Vereine, so dass der organisierte Sport in Glückstadt in diesem Jahr sein 150-jähriges Jubiläum im ETSV Fortuna feiern kann.